Concerts

Vom Aussprechen und vom Verschweigen 1024 640 PHØNIX16

Vom Aussprechen und vom Verschweigen

Vom Aussprechen und vom Verschweigen
Von Genua nach Meuselwitz und weiter nach Phantasia

Fr., 04.07.2014, St. Elisabeth-Kirche

Mit Solisten des Ensembles PHØNIX16:

Eva Zwedberg (Sopran)
Katharina Thomas (Mezzo)
Ulrike Jahn (Alt)

mit Ensemble United

und mit:
Christian Steyer, Sprecher
Christine Paté, Akkordeon
Andre Bartetzki, Elektronik
Andrea Pestalozza, Leitung

Luigi Nono
La fabbrica illuminata (1964/restaurierte Fassung von 2010)

Elena Mendoza
Relato improbable (2012) für Akkordeon und Ensemble

Georg Katzer
La fabbrica abbandonata III (2011) für Sprecher, Sopran und Ensemble

Luigi Nono
Guai ai gelidi mostri (1983) für zwei Altstimmen, Ensemble und Live-Elektronik

Fiktion oder Realität – wo sind wir gerade? Wer ist sich da schon immer so ganz sicher? Sicher ist in unserer Programmauswahl, dass Luigi Nono Anfang der 1960er Jahre Maschinengeräusche in einem Walzwerk aufgenommen und in seiner Tonband-Komposition La fabbrica illuminata verarbeitet hat, mit der er unmenschliche Arbeitsbedingungen beschreibt und anklagt. Sicher ist auch, dass Wolfgang Hilbig in den 1970er Jahren als Heizer in einer Fabrik in Meuselwitz (heute Sachsen, Fotos: Dieterich Oltmanns) arbeitete, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und nicht als „asoziales Element“ Schwierigkeiten mit der Staatsmacht zu bekommen. Mit seinem Text Die verlassene Fabrik gleiten wir auch schon in den Bereich der Fiktion hinüber und sind in Elena Mendozas Relato improbable ganz sicher dort gelandet – in der Erzählung El álbum von Juan Carlos Onetti, in der der Autor zwischen Erfindung und Wahrheit changiert. Am Ende des Konzerts wird uns mit Luigi Nonos Guai ai gelidi mostri der Boden einer geschlossenen Textvorlage gänzlich entzogen, dafür erhalten vereinzelte Worte aus verschiedenen Texten Raum für klangliche Entwicklungen, die sich in extremer Dynamik entladen.

 

CHRONOSCHROMOS 1024 503 PHØNIX16

CHRONOSCHROMOS

Sa., 17.05.2014, 18h, Katholische Akademie, Berlin-Mitte

Ruth Wiesenfeld [DE] (*1972)
– Imanijala
– Schatten (UA)

Justė Janulytė [LT] (*1982)
Aquarelle (DEA)
Ihr Schatten schneller Zeit (DEA)

Spieglein, Spieglein an der Wand… 1024 640 PHØNIX16

Spieglein, Spieglein an der Wand…

ensemble unitedberlin
ENSEMBLE IN RESIDENCE IM KONZERTHAUS BERLIN

Sirje Aleksandra Viise (Solistenensemble PHØNIX16)
modern art ensemble
ensemble unitedberlin
Renato Rivolta, Leitung

12. Mai 2014, 20.00 Uhr – Konzerthaus Berlin
Spieglein, Spieglein an der Wand, … ?
Von Verwandlung und Doppelung

Johannes Ockeghem / Harrison Birtwistle – Ut heremita solus (1969)
Henry Purcell / Oliver Knussen – Fantasia upon one note (1995)
Picforth / Johannes Schöllhorn – in nomine (after Picforth) (1998)
John Taverner / Gérard Pesson – In Nomine – instrumentation colorée I (2001)
Emilio Pomàrico – In nomine, Fantasia (quasi) una Passacaglia, notturno e fuggitivo (2001)
Gesualdo da Venosa / Salvatore Sciarrino – Le Voci Sottovetro (1988)
Steve Reich – Double Sextet (2007)

Der Rückgriff aufs Vor-Bild (und damit oft aufs Vorbild) hat eine lange Tradition in der Kunstausübung, auch in der Musik. Seitdem Komponisten des 16. und 17. Jahrhunderts sich des Benedictus‘ (in nomine) aus einer Messe von John Taverner bedienten, um daran ihre eigene Kunstfertigkeit zu erproben und zu beweisen, hat sich ein Brauch entwickelt, der auch heute (wieder) gepflegt wird. Mit diesem Programm zeigen wir die Bandbreite der Ausformungen, die sich darin in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat. Sie führt von der klangfarblichen Ausgestaltung über die Bearbeitung mit den Mitteln des zeitgenössischen Komponierens bis zur annäherungsweisen Verdoppelung des eigenen Textes bei Steve Reich. Er glaubte, für ein Sextett in einer ihm vorgegebenen Besetzung nicht schreiben zu können und sah den Ausweg für diese Auftragskomposition in der Erweiterung des Klangs durch ein zweites, identisch besetztes Ensemble. Für die Realisation dieses aufwühlenden Werkes haben wir das modern art ensemble eingeladen.

PASSIO TOUR 1024 521 PHØNIX16

PASSIO TOUR

The   P A S S I O   T O U R   kicked off in Berlin before heading to Gdansk, Konin, and Gorzow to mark the launch of the ensemble’s acclaimed double CD, PASSIO, with music from Polish composer Dariusz Przybylski. (You can purchase the CD through our webshop.)

So., 06.04.2014, 18h, St. Ansgar, Berlin

PASSIO et Mors Domini Nostri Iesu Christi Secundum Ioannem

Dariusz Przybylski [PL] (*1984) 

 

Di., 08.04.2014, Gdańsk, Polen

in Rahmen des “Gdański Festiwal Muzyczny”

PASSIO et Mors Domini Nostri Iesu Christi Secundum Ioannem

Dariusz Przybylski [PL] (*1984) 

Sa., 12.04.2014, Konin, Polen

PASSIO et Mors Domini Nostri Iesu Christi Secundum Ioannem

Dariusz Przybylski [PL] (*1984) 

 

So., 13.04.2014, Gorzów Wielkopolski, Polen

PASSIO et Mors Domini Nostri Iesu Christi Secundum Ioannem

Dariusz Przybylski [PL] (*1984)

PROF[O/U]ND 1024 768 PHØNIX16

PROF[O/U]ND

Sa. 22.03.2014, 18h, Katholische Akademie, Berlin-Mitte
Thierry Escaich [FR] (*1965) – Ad Ultimas Laudes
Ruth Wiesenfeld [DE] (*1972) – Imanijala
Dariusz Przybylski [PL] (*1984)
– …Et Desiderabunt Mori…
Miserere
– De Profundis aus PASSIO
– Stabat Mater aus PASSIO

Review of Globokar concert in DeutschlandRadio 720 960 PHØNIX16

Review of Globokar concert in DeutschlandRadio

On PHØNIX16 at 70 | 80 | 80 : Vinko Globokar:

“Zwei allgemeine Sätze zu Beginn: Wir brauchen viel mehr solcher Konzerte, die Ohren, Herz und Kopf herausfordern. Und: Eine unangepasste Musik, die das vermag wie diejenige von Vinko Globokar, wird heute viel zu selten gespielt. Allein schon deshalb war dieses Fete de la Musique für Vinko Globokar am vergangenen Sonntag in der Villa Elisabeth in Berlin-Mitte so bemerkenswert. 

Die Idee zu diesem Musikparcours hatten das Ensemble unitedberlin respektive sein künstlerischer Leiter, Andreas Bräutigam. In drei Konzerten waren klug ausgewählte Werke aus einem halben Jahrhundert zwischen 1963 und 2013 zu hören – inklusive einer Überraschung. Um die stilistische Vielfalt zu meistern, engagierten sie drei weitere Ensembles: Das fantastische Bläserquintet Slowind aus Slovenien, das wagemutige, noch junge Vokalensembles “PHØNIX16” aus Berlin sowie die von Leiter Simon Harrer eigens für dieses Konzert zusammengestellte Bigband “Polytonique”.”

– Gisela Nauck, DeutschlandRadio, Musikjournal 23.6.2015